Beeinflusst eine Depression den Alltag?

Dies kann man einwandfrei mit "Ja" beantworten.

Arbeiten werden in der Regel deutlich langsamer ausgeübt. Dazu häufen sich Entscheidungsprobleme. Der Betroffene fühlt sich unsicher in seinem Handeln und macht dadurch schon alleine mehr Fehler.

Im Haushalt fällt der Interessenverlust als Erstes ins Auge. Die Betroffenen können die Gemeinschaft mit ihren Familienmitgliedern oder Freunden nicht mehr genießen, wie üblich. Sie sind kaum noch in der Lage, Gefühle für geliebte Personen zu zeigen und weisen häufig auch ein vermindertes Bedürfnis nach Nähe und Sexualität auf.

Betroffene mit einer milderen Form einer Depression wirken oft gereizt oder gestresst, können aber unter Anstrengung die alltäglichen Aufgaben erfüllen. Je mehr die Symptome zunehmen, wird die Leistung in sozialer, häuslicher oder beruflicher Hinsicht nur unter aller größter Mühe aufrecht erhalten, bis irgendwann bei einer schweren Depression auch Alltagsgeschehnisse nicht mehr zu bewältigen sind.

In Fällen, in denen die Nahrungsaufnahme und Körperhygiene der Betroffenen vernachlässigt wird und der Betroffene das Haus nicht mehr verlässt, stattdessen nur noch im Bett liegen bleibt, ist das Risiko der Selbstvernachlässigung und ggf. einer Selbstmordgefährdung gegeben. Wenden Sie sich in solchen gravierenden Fällen an einen Facharzt, Psychotherapeuten oder an eine Klinik mit psychologischer Station. Eine engmaschige Überwachung könnte in solchen Fällen hilfreich sein.

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Das Auswirken einer Depression auf die Gedanken

Depressive Menschen nehmen ihre Welt in einem ungewöhnlich hoffnungslosen und dunklem Licht war. Sie sehen sozusagen kein Licht am Ende des Horizontes; sprich: sie haben wenig Hoffnung, dass es ihnen jemals besser gehen könnte. Sie neigen dazu, sich selbst für alle Ihre Probleme verantwortlich zu fühlen und bewerten sich dementsprechend übermäßig negativ. Positive Fähigkeiten und Erfolge übersehen sie oftmals oder streiten diese ab. Diese negativen Denkprozesse können soweit reichen, dass sie bei den Betroffenen schwere Schuld- und Schamgefühle verursachen, sodass es bei Einigen zu Selbstmordgedanken kommen kann. Abhilfe kann eine verhaltenstherapeutische Psychotherapie sein, die speziell solche negativen Gedanken aufspürt und durch konstruktive Sichtweisen ersetzt. Damit ist nicht gemeint, "Probleme weg zu reden". Wahrgenommen werden sollen die reellen Umstände in ihrer tatsächlichen Ausprägung, die nicht durch Schwankungen im Erleben beeinflusst werden.

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Tipps für den Alltag

Was kann ich neben der Medikamenteneinnahme noch tun,
um meine Depression besiegen zu können?


Unabhängig von der momentanen Gefühlslage, in der ich mich gerade befinde; eines gilt prinzipiell: Ist mit Hilfe der Medikamente eine gewisse Basis gegeben, in der ich meine Umwelt wieder besser wahrnehmen kann, sollte ich versuchen, mit Vertrauten über die Depression zu sprechen.

Nur so kann mein Umfeld mein Verhalten verstehen und besser auf mich und meine Bedürfnisse eingehen. So erfahre ich auch Unterstützung, die für meine Genesung sehr wichtig ist.

Ebenso ist es wichtig, dass ich – trotz meiner Erkrankung - selbstständig versuche, zur Besserung meines seelischen und körperlichen Befindens beitrage. Dies ist häufig mit großer Anstrengung verbunden, die jedoch durch mein Umfeld abgefedert werden kann, indem ich mit ihnen offen sprechen kann und sie mich auf meinem Weg zur Genesung unterstützen.

Neben meiner Eigeninitiative und meinem unterstützenden Umfeld brauche ich dennoch professionelle Hilfe. Sie wissen am Besten, wie ich aus meinem seelischen Tief wieder hinaus finden kann. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann mir dabei helfen, mich und meine Krankheit besser verstehen zu lernen.

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